Date: 16. März 2026
Author: Tassja Wagner
Topics:
Pressemitteilung

Teleoperation von Turmdrehkranen

Tech-Studio aus Konstanz arbeitet mit Liebherr an Kransteuerung der Zukunft

Mann sitzt vor einem Bildschirm auf dem Aufnahmen einer Baustelle zu sehen sind und steuert so einen Turmdrehkran
//Konstanz/Biberach, 16. März 2026

Turmdrehkrane auf Baustellen künftig nicht nur aus dem Führerhaus in 40 Metern Höhe, sondern von einer zentralen Leitstelle am Boden aus zu steuern – an diesem Ansatz arbeiten Liebherr und das Konstanzer Tech-Studio Formigas gemeinsam. Ziel des Projekts ist es, Grundlagen für teleoperierte Kransteuerung zu schaffen und Baustellenprozesse stärker zu digitalisieren. Formigas bringt seine Expertise in den Bereichen Sensorik, Softwarearchitektur und Visualisierung ein.

Sensorfusion als Grundlage für externe Kransteuerung

Damit ein Kran außerhalb des Führerhauses gesteuert werden kann, muss das Bedienpersonal am Boden sehen, was sonst nur aus der Kranposition sichtbar ist. Dafür setzt das Projekt auf die Kombination mehrerer Sensortechnologien. Zum Einsatz kommen unter anderem Kameras, LiDAR-Systeme und Telemetriedaten des Krans. Diese Daten werden synchronisiert und in Echtzeit verarbeitet, um eine konsistente Darstellung der Umgebung bereitzustellen. „Uns war früh klar, dass der Kran seine Umgebung selbst erfassen und weitergeben muss“, sagt Maximilian Schmitt, Leiter Forschung und Entwicklung bei Formigas. „Ziel war es, die Informationen möglichst verzögerungsfrei und stabil bereitzustellen, auch unter wechselnden Bedingungen auf der Baustelle.“

Digitaler Zwilling der Baustelle

Die visuelle Darstellung der Kranumgebung basiert auf einem digitalen Zwilling der Baustelle: eine Augmentierung mit allen zur Steuerung relevanten Informationen, vergleichbar mit einer Computersimulation, ausgeführt auf dem Live-Bild. Für die Visualisierung nutzt das Projektteam eine Spiele-Engine. Sie zeigt den Kran, die Last und die unmittelbare Umgebung in einer für Bediener:innen verständlichen Ansicht. Parallel dazu wurde eine Systemarchitektur aufgebaut, die die Spiele-Engine mit einem Robitik-Betriebssystem verbindet, um die Hardware-Komponenten des Krans anzusteuern. „Die Architektur ist so ausgelegt, dass unterschiedliche Kran-Setups und Einsatzszenarien abgebildet werden können“, erläutert Franziska Schranz, Innovationsstrategin bei Formigas. „Der modulare Aufbau ermöglicht es, einzelne Komponenten anzupassen oder auf andere Projekte zu übertragen.“

Entwicklung in enger Abstimmung

Die Zusammenarbeit zwischen Liebherr und Formigas war von einem engen Austausch geprägt. In mehreren Prototypen wurden Funktionen schrittweise umgesetzt und direkt auf der Baustelle getestet. Die Erkenntnisse aus den regelmäßigen Tests flossen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein. „Gerade bei Themen wie Sensordatenaufbereitung, Netzwerkstabilität oder Optimierungen innerhalb der Betriebsumgebung war es wichtig, schnell reagieren und Anpassungen vornehmen zu können“, so Schmitt. „Die iterative Vorgehensweise hat dazu beigetragen, technische und operative Anforderungen frühzeitig zusammenzuführen.“ Aus dem gemeinsamen Projekt entstand innerhalb weniger Monate ein technischer Prototyp, der auf der Bauma 2025 bereits einem internationalen Fachpublikum präsentiert wurde. Er kombiniert Topografie-Visualisierung und Assistenzfunktionen in einer intuitiven Nutzeroberfläche. Die technische Basis wurde so entwickelt, dass sie als Plattform für zukünftige Produktentwicklungen genutzt werden kann.

//formigas – Co-creating Cutting-edge Technology.

formigas ist ein 2010 gegründetes Studio für Deep-Tech und Transformation mit Sitz in Konstanz und Zürich. Das Unternehmen arbeitet als Strategie- und Entwicklungspartner an Projekten rund um digitale Transformation. Der Fokus liegt auf der Entwicklung technischer Lösungen mit Substanz und Zukunftswirkung in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung.

//Pressekontakt

Tassja Wagner Manager Corporate Communications E-Mail: tassja@formigas.de Tel.: +49 (0)7531 584 92 30 13